Warum „always on“ kein Dauerzustand sein muss

warum always on kein dauerzustand sein muss

Es gibt viele Tage, an denen äußerlich alles im Führungsalltag funktioniert. Termine werden wahrgenommen, Entscheidungen getroffen, Gespräche geführt. Du erledigst erfolgreich, was ansteht.

Doch innerlich ist nichts abgehakt.

Im Kopf laufen Themen weiter, Konflikte hallen nach, Entscheidungen wollen überprüft werden. Gedanken springen von einem Punkt zum nächsten. Selbst in ruhigen Momenten bleibt das Gefühl, unter Spannung zu stehen – es gibt keine echte Pause mehr.

Stress hat viele Gesichter. Er zeigt sich als fehlender Denkraum, als dauerhafte innere Anspannung. Konflikte kosten mehr Energie als Projekte, Verantwortung endet nicht mehr, sondern läuft permanent mit. Und egal, wie viel du leistest: Das Gefühl bleibt, dass es nie ganz genug ist.

Genau das macht Stress in der Führung so zäh. Er ist kein akuter Ausnahmezustand, der kommt und geht. Er prägt, wie gedacht, entschieden und geführt wird.

Stress ist kein Sonderfall – sondern weitreichender als oft angenommen

Viele verbinden Stress noch immer mit Überforderung oder Kontrollverlust. Mit zu viel Arbeit oder mangelnder Organisation.

In der Führung zeigt sich Stress häufig anders. Nicht als Krise, sondern als Zustand, in dem Denken dauerhaft unter Druck steht. Aufmerksamkeit bleibt gebunden, selbst wenn objektiv gerade nichts Dringendes ansteht.

Stress wird so nicht durch einzelne Situationen erzeugt, sondern durch das, was permanenter Druck mit dem Denken macht.

Stress entsteht selten durch die Arbeit selbst

Stress entsteht selten durch Aufgaben oder Termine. Sondern durch die Wirkung von Druck auf das Denken.

Unter Druck verengt sich Führung.
Klarheit geht verloren.
Wirkung folgt oft kurz darauf.

Diese Verengung ist keine Frage des Charakters. Und auch kein Zeichen mangelnder Belastbarkeit. Sie ist die Folge bestimmter Denkprozesse, die unter Druck automatisch greifen.

Warum gerade leistungsfähige Menschen Stress besonders spüren

Auffällig ist: Besonders betroffen sind engagierte Führungskräfte und Unternehmer:innen.

Menschen mit hohem Anspruch an sich selbst. Mit Verantwortungsbewusstsein. Mit dem Wunsch, Dinge nicht nur zu erledigen, sondern gut zu machen.

Gerade dieser innere Anspruch verstärkt unter Druck die gedankliche Enge. Nicht, weil Engagement falsch wäre – sondern weil es ohne bewussten Umgang mit den eigenen Denkprozessen schnell in Daueranspannung mündet.

Wenn Leichtigkeit verloren geht

Was in solchen Phasen fehlt, ist nicht Ruhe. Und auch nicht weniger Aufgaben.

Was fehlt, ist Leichtigkeit. Der innere Spielraum. Die geistige Beweglichkeit. Die Fähigkeit, Verantwortung zu tragen, ohne innerlich permanent unter Spannung zu stehen.

Führung wird dann nicht unmöglich – aber sie wird mühsam. Entscheidungen kosten mehr Kraft. Konflikte wirken schwerer. Und selbst Erfolge fühlen sich kaum noch entlastend an.

Stress ist kein Organisations- oder Motivationsproblem

Stress ist – in hohem Maß – ein Denkproblem. Wer Stress nur managen will, bleibt im selben Denkrahmen. Wer versteht, was Stress mit dem Denken macht, kann lernen, auch unter Druck geistig präsent zu bleiben.

Weniger Stress. Mehr Leichtigkeit.

Weniger Stress bedeutet nicht weniger Verantwortung. Und auch nicht geringeren Anspruch. Es bedeutet einen anderen inneren Umgang mit Druck – und damit mehr Beweglichkeit dort, wo Führung entscheidet.

Im Leadership Programm des Dr. Holzinger Instituts beschäftigen wir uns genau mit diesen Fragen: wie Stress entsteht, wie er Denken unter Druck verengt – und wie Führung auch unter hoher Verantwortung geistig präsent und wirksam bleiben kann.

Nicht mit Techniken zur Stressbewältigung. Sondern mit einem Ansatz, der Denken als entscheidenden Hebel in der Führung ernst nimmt.

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